Nacionalni park "Plitvička jezera"

Flora

Die Pflanzenforschungen zählten Mitte des 19. Jahrhunderts zu den ersten wissenschaftlichen Untersuchungen auf dem Gebiet der Plitvicer Seen. Das zeugt von einer frühen Einsicht in den Reichtum und den Wert der Plitvicer Flora und ihrer Rolle beim Verlauf eines sehr wichtigen Phänomens. Detailliertere Untersuchungen der Wasserpflanzen, die Ivo Pevalek 1924 und 1935 durchführte, bewiesen, dass Wasseralgen und -moose an der Travertinbildung aktiv beteiligt sind. Außerdem wurde nachgewiesen, dass Travertin und die Travertin bildenden Pflanzen die wichtigsten Faktoren der Seemorphologie sind.

Systematische Pflanzenforschungen, die relativ spät durchgeführt wurden (Šegulja und Krga, 1984) bestätigten die Einzigartigkeit der Plitvicer Flora. Auf der relativ kleinen Fläche des Parks wurden 1267 Arten aus 112 Gattungen registriert.

Eine große Vielfalt reiht die Plitvicer Seen in die floristisch wertvollen Gebiete Kroatiens aber auch Europas und der Welt ein: Beispiele sind Reliktpflanzen sowie endemische und seltene Pflanzenarten, die gesetzlich geschützt sind und von denen viele im kroatischen Roten Buch gefährdeter Pflanzenarten sowie auf der Roten Liste stark gefährdeter Pflanzenarten der IUCD stehen.

Die geografische Lage (60 km Luftlinie zum Meer) hinter dem Gebirge "Velebit", an der Grenze zwischen dem maritimen und kontinentalen Niederschlagsregime, 418-1279 Meter über dem Meeresspiegel gelegen einerseits und die geologische Basis mit ihren vielen Karsteigenschaften andererseits ermöglichten in wechselseitiger Beziehung die Entwicklung einer so reichen und vielfältigen Pflanzenwelt. Das Parkgebiet ist reich an endemischen Arten kleinerer und größerer Verbreitung (72 Arten). Besonders wertvoll sind die Endemiten, die auf diesem Gebiet zum ersten Mal beschrieben wurden: schmalblättrige Büschelglocke (Edraiantus tenuifolius), die Hahnenfußart Ranunculus scutatus und der Wiesenblaustern (Scilla litardierei), der auf den feuchten Talwiesen des Parks reich vertreten ist.

22 Pflanzenarten des Parks sind gesetzlich geschützt (Gesetz zum Naturschutz der Republik Kroatien). Unter diesen Arten ist besonders der Gelbe Frauenschuh (Cypripedium calceolus), die schönste Orchidee Europas, hervorzuheben. Als eine selten vorkommende und gefährdete Waldpflanze befindet sie sich im Roten Buch gefährdeter Arten der Republik Kroatien und auf der Roten Liste gefährdeter Pflanzenarten der IUCN.

Eine besondere Gruppe der Parkflora bilden die in Kroatien ansonsten selten vorkommenden Arten. Der Sibirische Goldkolben (Ligularia sibirica) ist eine von ihnen. In Kroatien und ganz Südosteuropa konnte sie bislang nur im Gebiet der Plitvicer Seen nachgewiesen werden. Die Art befindet sich auf der Roten Liste stark gefährdeter Pflanzenarten der IUCN. In den feuchten Talwiesen des Nationalparks kommt sie an zwei Stellen vor.

Eine ebenso sehr interessante Pflanzengruppe des Parks sind fleischfressende Pflanzen (Karnivoren).

Auf dem Torfboden des Parks wächst der Rundblättrige Sonnentau (Drosera rotundifolia). Die Pflanze ist nicht weit verbreitet, weil Torfboden in Kroatien relativ selten ist. Auf den feuchten Talwiesen des Parks wächst das Gemeine Fettkraut (Pinguicula vulgaris), eine selten vorkommende fleischfressende Pflanze, die sich auf der Roten Liste gefährdeter Arten befindet. Der Kleine Wasserschlauch (Utricularia minor), eine sehr seltene fleischfressende Pflanze, wurde ebenso nachgewiesen.

Auf dem Parkgebiet können einige sehr interessante und artenreiche Zonen hervorgehoben werden: das an die Seen anschließende Terrain, der Urwald "Čorkova uvala", das Torfgebiet "Ljeskovačka bara" und vor allem "Rudanovac" und "Vrelo" sind hydrografisch, ökologisch und botanisch die bedeutendsten und wertvollsten Gebiete außerhalb der Seezone. Diese Gebiete sind außer ihrer Vielfalt und reichen Pflanzenwelt auch außerordentlich wertvoll für die Tierwelt.

Fauna

Wenn von der Tierwelt des Nationalparks Plitvicer Seen die Rede ist, fällt einem als Erstes sein Wahrzeichen, der Braunbär, ein. Die Faunavielfalt des Parks ist allerdings weit größer als der "Ruhm" seines bekanntesten Vertreters. Seitdem die Plitvicer Seen wissenschaftlich untersucht werden, wurden im Gebiet der Plitvicer Seen bereits viele Tierarten nachgewiesen und dokumentiert.

Zu ihnen zählen die Wirbellosen, von denen die Mehrheit im Rahmen der limnologischen Untersuchungen gruppenweise erforscht wurde: Zooplankton, Makrozoobentos, Mikrozoobentos, weil die Wasserbiotope im Nationalpark von größter Bedeutung sind. In den Seen kommen zwei Krebsarten häufig vor: Fluss- und Bachkrebs.

Die Insektenarten, die zu den häufigsten Vertretern der Bodenbiotope zählen, weckten bei Wiesen- und Waldbiotopforschern besondere Aufmerksamkeit. Hohes Interesse weckte auch die Gattung der Schmetterlinge. Nach aktuellen Forschungen kommen im Nationalpark 321 Schmetterlingsarten vor, davon 76 Tag- und 245 Nachtfalter. Die Forscher nehmen an, dass diese Zahl nur 40-50 % der potenziellen Lepidopterafauna ausmache. Durch den Schutz der Biotope versucht man, die Bedingungen für einen ungestörten Entwicklungszyklus bestimmter wichtiger Arten aufrechtzuerhalten. Hier kann zum Beispiel der Schmetterling Bläuling (Maculinea) genannt werden. Die Insektenordnung, die besonders gut erforscht wurde, ist die Köcherfliege mit bis jetzt 80 registrierter Arten.

Manche Wirbeltiere wurden in Biovielfalt-Erforschungen untersucht, während andere entweder im Rahmen von Naturstandbeobachtungen als Indikatoren dienten oder die Ökologie besonders interessanter und selten vorkommender Arten erforscht wurde.

Die Plitvicer Seen und ihre Zuflüsse sind überwiegend vom typischen Forellen- und Bergwasser geprägt. Die Bachforelle allerdings, die einer der Ureinwohner dieser Seen ist, ist mittlerweile weitgehend von den allochthonen Sorten Döbel und Rotfeder verdrängt worden. Neben den genannten Sorten wurden allein im See "Kozjak" noch mindestens vier weitere Fischarten nachgewiesen.

Die Amphibien sind im Nationalpark mit zwölf Arten gut vertreten, während die Zahl der Reptilien verhältnismäßig niedrig ist. Der lange Winter und dicke Schneedecken verhindern die Vielfalt dieser Wirbeltierklasse.

Die Vogelfauna mit ihren bis jetzt 157 nachgewiesener Arten findet sich unter kroatischen Nationalparks zahlenmäßig auf dem dritten Platz wieder. Eine sehr interessante und seltene Vogelart ist die Wasseramsel, deren Lebensraum reine Fließgewässerbiotope sind.

Im Nationalpark Plitvicer Seen wurden mehr als 50 Säugetierarten nachgewiesen: Ziesel, Spitzmaus, Feldmaus, Igel, Baum- und Steinmarder, Wildschwein und viele andere. Aktuelle Forschungen wiesen 20 Fledermausarten nach, die in verschiedenen Biotopen leben: in Löchern, Grotten, unter der Baumrinde, in Höhlen usw. Besonders großes Interesse wecken Wolf, Reh, Hirsch, Wildkatze, Eurasischer Luchs, Otter und natürlich der Braunbär, die Perle des Plitvicer Tierreiches.