Der Klimawandel passiert zweifellos vor unseren Augen. Insbesondere in den letzten ungefähr fünfzig Jahren sind wir Zeugen ihrer Intensität, die sich in jedem Aspekt von Natur, Umwelt, Ökonomie, Politik und Wirtschaft widerspiegelt. Kleine menschliche Gemeinschaften entwickelten sich seit dem Neolithikum über Hunderte von Jahren hinweg allmählich weiter, vor allem durch die landwirtschaftliche Revolution, die sich durch die zunehmende Entwicklung von Gemeinschaften und die Perfektionierung neuer Erkenntnisse, Erfindungen, Produkte und Bauwerke zur industriellen Revolution wandelte. Und sie veränderte alles. Mit dem Wachstum der Bevölkerung auf unserem blauen Planeten stiegen auch ihre Bedürfnisse, und so begann der beispiellose Verbrauch natürlicher Ressourcen. Der Mensch erkannte ein enormes Potenzial in fossilen Brennstoffen, Öl und Kohle, um die Produktion aufrechtzuerhalten, mehr Energie zu gewinnen, zu reisen, weite Strecken zu fahren sowie Städte und den Handel weiterzuentwickeln. Eine keineswegs nachhaltige Lebensweise wurde der menschlichen Bevölkerung primär. In den letzten Jahren sehen wir jedoch die traurige Wahrheit unserer Auswirkungen auf den Planeten Erde.
Die Wissenschaftler erreichten einen vollständigen Konsens, dass der Klimawandel existiert und dass der Mensch die Klimaänderung durch die Freisetzung enormer Mengen an Treibhausgasen in die Atmosphäre verursacht. Es gibt den Klimawandel, wir spüren ihn in unserem eigenem Leben und es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass sich das Klima des Planeten Erde verändert. Man muss zwischen den Begriffen Klima und Wetter unterscheiden, da Wetter kurzfristige, nahezu tägliche Veränderungen beschreibt, während sich Klima auf einen Zeitraum von mindestens 30 Jahren bezieht.
Im Nationalpark Plitvicer Seen gibt es eine automatische Wetterstation, die Daten zu Lufttemperatur, Windrichtungen, Niederschlagsmenge und Bodentemperatur erfasst. Diese wichtigen Daten werden täglich an das Staatliche Hydrometeorologische Institut in Zagreb übermittelt. Es ist erwähnenswert, dass die Messstation in Grič in Zagreb dieses Jahr schon seit 160 Jahren aktiv ist!
Unsere wunderbare Atmosphäre, die sich im Laufe von Millionen von Jahren der Entstehung und geologischen Geschichte der Erde veränderte, ist in mehrere Schichten unterteilt und hat keine klare Grenze zum Weltraum, sondern verschwindet allmählich im Weltraum. Dank genau dieser Atmosphäre gibt es überhaupt erst Leben auf der Erde in der Form, wie es früher war und wie es heute ist. Die Atmosphäre besteht aus verschieden Gasen, aber die wichtigsten im Kontext des Klimawandels sind die Treibhausgase – Kohlenstoffdioxid, Methan, Ozon, Wasserdampf, Fluorchlorkohlenwasserstoffe und Stickstoffoxide. Diese Gase können auch als „Wärmefänger“ bezeichnet werden, weil sie die Absorption der Sonnenwärme und deren Speicherung in der Atmosphäre ermöglichen und so unseren Planeten „warm“ und lebensfreundlich machen. Wie eine dünne Decke, die Sie warm hält, wenn es kalt ist. Was passiert, wenn es zu viel von diesen Gasen gibt? Wenn die CO2-Emissionen sehr hoch sind und so in die Atmosphäre freigesetzt werden? Verschwinden sie im erdfernen Weltraum? Leider verschwinden sie nicht. Diese Treibhausgase, von denen es aufgrund menschlicher Tätigkeit mittlerweile unvorstellbare Mengen gibt, sammeln sich in der Atmosphäre und behalten immer mehr Sonnenwärme, während gleichzeitig ein Teil der Wärme wieder freigesetzt wird.
Wissenschaftler stellten fest, dass menschliches Handeln einen Temperaturanstieg bzw. eine globale Erwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit von etwa 1 °C verursacht hatte, und dass der Temperaturanstieg zwischen 2030 und 2052 wahrscheinlich 1,5 °C erreichen wird, wenn der Anstieg bei diesem Tempo anhält. Der Temperaturanstieg infolge der anthropogenen globalen Erwärmung wird auf etwa 0,2 °C pro Jahrzehnt geschätzt, einschließlich aller vergangenen und gegenwärtigen Emissionen. Nach den Beobachtungen der Weltorganisation für Meteorologie gab es 2019 260 % mehr Methan und 123 % mehr Distickstoffoxid als in der vorindustriellen Zeit. Der Anstieg des Kohlendioxids in unserer Atmosphäre im Vergleich zur vorindustriellen Zeit, als es ungefähr 280 ppm betrug, ist sehr signifikant und liegt nun, nach den letzten verfügbaren Daten zur Kohlendioxidkonzentration an der Messstation Mauna Loa auf Hawaii für März 2021, bei 417,64 ppm! Die Speicherung der Sonnenwärme verändert die Bedingungen auf der Erde drastisch. Es werden ein Anstieg der Lufttemperatur und der Ozean- und Meerestemperatur, das Abschmelzen von Eis, der allmähliche Anstieg des Meeresspiegels, die Versauerung der Ozeane, extreme Dürren und enorme Niederschlagsmengen festgestellt, d. h. Extremwetter tritt häufiger auf. Diese Veränderungen sind ein deutliches Zeichen des signifikanten Klimawandels auf der Erde.
Das folgende Bild zeigt, wie sich die durchschnittliche jährliche Steigerungsrate der Kohlendioxidkonzentration von 1959 bis zu den letzten Daten der Messstation auf Hawaii veränderte. Der Trend ist leider positiv und wird weiter ansteigen, wenn etwas nicht dringend unternommen wird.
Für die Republik Kroatien lassen sich die signifikanten Temperaturveränderungen im Zeitraum von 1901 bis 2020 sehr deutlich auf der Website https://showyourstripes.info/ erkennen. Blau (hellblau bis dunkelblau) zeigt niedrigere Temperaturwerte an, während das rote Farbspektrum einen Anstieg der Lufttemperatur anzeigt.
Und was ist zu tun? Es gibt viele Möglichkeiten, und die Menschheit bewegt sich langsam in die richtige Richtung, auch wenn kaum abzuschätzen ist, wie viel schneller sie eigentlich reagieren könnte. Verschiedene Abkommen werden unterzeichnet, zahlreiche Konferenzen abgehalten, Klimastreiks veranstaltet, und das Bewusstsein für Energieerzeugung und -verbrauch wandelt sich hin zu mehr Nachhaltigkeit und deutlich weniger CO₂-Emissionen. Besondere Aufmerksamkeit galt dem Pariser Abkommen, dem auch die Republik Kroatien angehört. Laut der Energieentwicklungsstrategie der Republik Kroatien wird bis 2030 eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 32,8 % angestrebt und der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung von derzeit 45 % auf 60 % erhöht.
Die Durchführung von Bildungsmaßnahmen zur Sensibilisierung aller Altersgruppen für das Thema Klimawandel ist von größter Bedeutung und legt den Grundstein für verantwortungsvolles Handeln, insbesondere gegenüber zukünftigen Generationen. Durch Bildung lernen wir dazu und schaffen die Basis für Wachstum und Entwicklung, um unser Leben zum Besseren zu verändern oder durch unser Vorbild die Welt, in der wir leben und die bedroht ist, zu verbessern. Viele Schulen weltweit haben bereits Lehrpläne zum Klimawandel eingeführt, und auch Kroatien integriert dieses Thema schrittweise in den Schulunterricht, indem es nachhaltige Entwicklung lehrt. Ziel ist es, den Klimawandel in die Klassenzimmer zu bringen, um Schülerinnen und Schüler für die Geschehnisse auf der Erde zu sensibilisieren und sie zu Botschaftern einer besseren Zukunft zu machen. Ein positiver Schritt wurde bereits mit der Entwicklung des interessanten Lernspiels „Climate Fresk“ unternommen, das vom Franzosen Cèdric Ringenbach entworfen wurde und auf spielerische Weise erklärt, was Klima ist und welche Ursachen und Folgen der Klimawandel hat.
Der Nationalpark Plitvicer Seen hat das Bewusstsein für die Bedeutung der Folgen des Klimawandels deutlich geschärft. In Bildungsworkshops möchten wir dieses Thema Kindern und Jugendlichen näherbringen. Machen Sie mit bei unseren weiteren Aktivitäten zur Beobachtung und Information über den Klimawandel!





